Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's der mich liebt.
Johannes 14,21
Weiter geht der Vers: „Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren."
Gibt es einen größeren Liebesbeweis an Jesus, als Gehorsam an seinen Geboten?
Gehorsam, dieses Wort wirkt für viele verstaubt und veraltet und oft negativ. Aber ohne Gehorsam geht gar nichts. Keine Gesellschaft kann wirklich existieren oder einigermaßen funktionieren, wenn nicht ein gewisser Grad an Gehorsam den Gesetzen oder Sitten gegenüber ausgeübt wird. Gehorsam ist nicht immer einfach und ruft etwas in uns wach. Ist es das Fleisch, was sich da regt und sagt? „Nein, ich will es aber so machen!"
In dem Moment, in dem wir mit Gehorsam, sei es auf der Arbeitsstelle oder Schule oder Elternhaus oder Gesellschaft konfrontiert werden, werden wir vor eine Entscheidung gestellt: „Gehorchen oder nicht gehorchen? Was sind die Konsequenzen?" Daran messen wir oft unseren Gehorsam, „Was sind die Konsequenzen?" Sind wir aber in einer Versuchung, fragen wir nicht mehr nach Konsequenz, die ist uns dann ganz egal.
Mit der Zeit lernen wir, wir müssen uns doch in manchen Situationen fügen und merken, so schlecht ist das auch nicht. Aber was passiert, wenn wir gehorchen müssen, und uns gar nicht danach zu Mute ist? Es ist doch so viel schöner das andere zu tun, und besonders wenn wir noch irgendeinen Gewinn daraus schlagen können, man denke an das Steuer-Schummeln.
Mit Jesus und seinen Worten wird immer etwas ganz tief in uns angesprochen, ein Kampf findet statt. Seine Worte können sich oft so schön anhören, aber wenn sie dann in die Tat umgesetzt werden sollen, fängt ein Krieg in uns an. Irgendwie erinnert Gehorsam an Disziplin. Sich selbst zu begrenzen, sich selbst zu besiegen, den „inneren Schweinehund" zu überwinden. Disziplin zu erlernen und beizubehalten ist eine Disziplin in sich selbst. Disziplin geht uns leider immer mehr verloren. Bequemlichkeit wird hoch geschrieben, ach, und verleitet so gern. Wer von uns kennt nicht den Moment, faul auf der Couch zu liegen und dann aus irgendeinem Grund aufstehen zu müssen? Dieses Aufraffen geht uns verloren.
Haben wir etwas Gehorsam und auch ein bisschen Disziplin gelernt, heißt das noch lange nicht, dass es natürlich kommt oder gerne geschieht. Jesus sagt: „Wer meine Gebote hält, der liebt mich." Er setzt unseren Gehorsam ihn zu lieben gleich.
Würde es uns leichter fallen zu gehorchen, wenn wir dabei lieben? Toter Gehorsam kann eine Qual sein, aber Gehorsam aus Liebe kann Freude sein. Lieben wir unseren Herrn, werden wir dazu angeregt aus Liebe zu ihm, ihm zu gehorchen, und das hilft so den Stich zu erleichtern. Wenn er unsere Willigkeit sieht, gibt er uns Kraft. Ringen wir mit Gehorsam in einer Sache, und die Sünde ruft noch so sehr, freut Jesus sich, wenn wir uns ihm, mit unserer Schwachheit, in seine Arme werfen und sagen: „Ich kann es nicht. Jetzt bist du dran."
Das Schöne an dem Vers ist, Gott der Vater wird uns auch lieben und sich uns offenbaren. In unserem Gehorsam lernen wir Gott noch mehr kennen, er zeigt sich uns. Christ sein ist nie einfach, es ist ein ständiger Kampf. Erfahren wir Gott mehr und mehr in unserem Leben, können wir gar nicht mehr seiner Liebe widerstehen und werden hingezogen, ihn zu lieben. Durch diese Liebe wollen wir gehorsam sein, ihm gefallen und ihm Freude bringen. Dieses Überwinden, das Durchhalten macht unser Christsein aus. Es ist immer wieder dieses „Haltet durch bis zum Ende." Täglich sind wir gefordert, gehorchen oder nicht gehorchen? Möge unsere Liebe zu unserem Jesus uns treiben und uns so stärken, dass wir „Nein" sagen können zu der Sünde, und „Ja" zu dem was Jesus von uns erwartet.
Sandra Rooney Copyright 2008